Agnes Water
- surf, sun and sometimes fun-
Nach 10 Stunden im Nachtbus kommen wir morgens gegen 10 Uhr
in Agnes Water an, zu unserem Bedauern müssen wir feststellen, dass das Hostel,
in dem wir schon 2 Nächte gebucht und bezahlt hatten, am Tag zuvor wegen
Versicherungsproblemen zugemacht hat. Nicole hatte diesen Tag leider keine gute
Laune mehr und wäre am liebsten gleich wieder aus dem schönen Agnes Water
verschwunden. Nun denn, so mussten wir uns etwas Neues überlegen. Da wir schon
stolze Besitzer eines Zeltes sind –wir haben leider noch keinen passenden Namen
für unseren Schatz gefunden (Imkes Vorschlag WOLA, eine Kombination aus Wohra
und Langendorf, wurde leider von der Kreativitätspolizei namens Nicole abgelehnt-
naja, ich fand das ziemlich treffend, so heimatlich :D), bessere Vorschläge
deshalb gerne an uns weitergeben!- überlegen wir uns auf den örtlichen
Caravanpark zu gehen. Der Caravanpark liegt direkt am Strand und ist wirklich
schön. Man muss zugeben, dass zumindest unsere Unterkunft und der Strand
Sympathie bei Nicole finden. Der
örtliche Supermarkt – absolut überteuert-
lässt uns zu richtigen Sparfüchsen und Angebotssuchern werden (Vroni du
wärst stolz auf uns!). Die Logik ein Informationscenter für Touristen außerhalb
der Stadt anzusiedeln, erschließt sich uns bis jetzt auch immer noch nicht so
richtig. Aber in der Bücherei nebenan gibt es freies WLAN und zum 1.Geburtstag
der Bücherei für jeden von uns zwei Tortenstücke (NEIN Imke hatte sogar drei!!!). Später am Nachmittag wandern wir noch zu
einem Lookout in der Nähe unseres Campingplatzes, dort steigt dann auch Nicoles
Laune wieder, denn der Ausblick ist einfach unbeschreiblich.
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| Freiheit! |
Auf unserem Campingplatz ist mittlerweile
noch ein deutsches Pärchen angekommen, welches neben uns im Zelt schläft. Wir
verstehen uns sehr gut und sitzen abends beieinander und tauschen Erfahrungen
aus. Am nächsten Tag chillen wir uns
morgens an den echt beeindruckenden Strand und gegen Abend fahren wir mit dem
Pärchen nach 1770 (OH mein GOTT hier wurde Australien das erste Mal betreten
von James Cook in ….1770! Nur mal ein bisschen Geschichte nebenbei). Hier
schauen wir uns auf einem Aussichtspunkt einen absolut spektakulären
Sonnenuntergang an. Wir waren so froh, dass uns die beiden mitgenommen haben.
Abends machen wir ein kleines BBQ und gönnen uns einen 6 Dollar-Wein!
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| Surfkurs |
Sonntag starten wir den Tag mit einem Surfkurs und stellen
uns tapfer den wilden Wellen. Imke stellt sich bei diesem Unterfangen gar nicht
mal so schlecht an, Nicole verdreht sich, nachdem sie schon einige
Erfolgserlebnisse hatte, beim Herunterfallen leider ein bisschen das Knie.
Surfen ist wohl einfach nicht so ihr Ding. Geschafft vom Surfen ruhen wir uns
nachmittags nochmal ein bisschen aus und laufen gegen Abend nochmal zu einem
nahgelegenen abgeschiedenenStrand. Normalerweise findet es keiner von uns
schön, wenn wir nachts nicht durchschlafen können und immer wieder wach werden.
Doch hier ist das anders. Wenn wir hier wach werden, dann nehmen wir uns einen
Moment und lauschen, wie nur das Meeresrauschen zu hören ist und ansonsten
absolute Stille herrscht – erst dann legen wir uns wieder hin, um weiter zu
schlafen.
Am nächsten Morgen
packen wir unser Zelt wieder zusammen und machen uns auf den Weg ins
nächste Abenteuer.
Was würdest du mitnehmen, wenn du auf eine einsame Insel müsstest - Toilettenpapier!
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| Flugzeug am Strand |
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| Strandüberblick - hierauf landet das Fugzeug! |
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| Aussicht aus dem Flugzeug |
CASTAWAY ! Wir werden für eine Nacht auf eine einsame
Insel fliegen und mit 15 Personen im Nichts die Nacht verbringen. Unser Pilot
holt uns am Travelshop ab und wir fahren mit seinem Jeep zum Flugplatz.
Flugplatz kann man das eigentlich nicht nennen. Prinzipiell ist es eine Wiese,
die lang genug ist, um von dort aus zu starten. Ein kleines Motorflugzeug für
drei Personen wartet auf uns und Nicole
muss dem Pilot helfen das Flugzeug auf die Bahn zu schieben, dafür darf sie
beim Flug vorne sitzen. Als wir starten
sind wir sehr gespannt, die Aussicht ist großartig und der Schatten des
Flugzeugs auf dem Meer sieht aus wie ein kleines Vögelchen. Doch plötzlich
fangen alle an zu schreien, totale Panik bricht aus, wir klammern uns an unsere
Sicherheitsgurte – wir befinden uns im freien Fall- bei dem Flug zu unserer
einsamen Insel handelt es sich nämlich um einen „Spaßflug“. Und erschrecken
kann der Pilot uns ganz gut, noch das ein oder andere Mal überrascht er uns mit
waghalsigen Aktionen. Dabei entstehen wunderschöne Bilder und Videos, besonders
von Imke auf der hinteren Bank. Doch
dann landen wir sachte auf einem riesigen Strand. Die 15 Campbewohner der letzen Nacht warten
bereits auf ihren Rückflug. Sie sehen teilweise sehr erlöst aus, als wir aus
dem Flugzeug steigen und es somit für die ersten drei Passagiere bedeutet, dass
sie zurück in die Zivilisation fliegen werden.
Das kann ja was werden! Auf der Insel angekommen, bemerken die ersten
bereits, dass es hier keinen Handyempfang gibt – aber wer braucht das schon?!
(Hier würde eigentlich etwas über Imkes Verhältnis zu ihrem Mobiltelefon
stehen, aber sie möchte dies nicht erwähnt haben). Während der Pilot wieder startet, um die ersten
zurück und die nächsten auf die Insel zu bringen, erkunden wir das Camp. Es
gibt nicht viel zu entdecken. Es besteht aus einigen Zelten, einer „Küche“ (wenn man die Ansammlung von
Geschirr so nennen will) und einer Toilette.
Einem Plumsklo, um genau zu sein. Mitten im Busch, ohne Licht und
Toilettenpapier. Weil wir total schlau sind, haben wir uns eine Rolle vom
Caravanpark „ausgeliehen“. Da noch immer
nicht alle Campbewohner angekommen sind, wandern wir auf der Insel zu einem
Leuchtturm und einem Aussichtspunkt. Als wir zurückkommen, sind endlich alle
anderen im Camp angekommen. Zwei
Kanadier, die bereits seit 65 Tagen (!!!!!) auf der Insel sind, kochen für alle
ein Abendessen. Man muss sich vorstellen, dass diese beiden seit 65 Tagen keine
richtige Dusche hatten, nur ein Plumsklo und jeden Abend das gleiche essen
durften. Für uns unvorstellbar. An diesem Abend sitzen wir alle gemeinsam am
Lagerfeuer unter einem wunderschönen
Sternenhimmel. Wir sehen mehr als eine
Sternschnuppe und wünschen uns natürlich etwas – aber das wird nicht verraten!
Es wird geredet, getrunken und jemand spielt Gitarre. Man kann sich vorstellen,
dass natürlich auch gesungen wird. An diesem Abend merken wir, dass die Briten
beim Trinken sehr aktiv sind und auch sehr offen über ihr Privatleben reden. Zu dem kennen sie ziemlich viele Disney Songs
und wundern sich, dass es diese sogar
auf Deutsch gibt. Abenteuerlich wird es, wenn man in völliger Dunkelheit
versucht, die Camptoilette zu finden.
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| Camptruppe |
Als wir zu Bett gehen, hoffen wir
einfach, dass sich in unser Zelt keine Spinne oder ähnliches verirrt hat. Gegen
8 Uhr kommt langsam wieder Leben ins Camp, so langsam kriechen alle aus ihren
Zelten. Nach einem kleinen Frühstück laufen wir am Strand auf und ab, braten
uns in der Sonne und lesen bis am Nachmittag das Flugzeug wieder landet und uns
mit zurück in die Zivilisation nimmt. Man merkt kaum wie schnell die Zeit auf
der Insel vergeht. Uns hat das Gefühl
ein Schiffsbrüchiger zu sein für eine Nacht gereicht. Das ein oder andere Mal
hat man sich doch vorgestellt, wie es wäre, wenn man nicht mehr zurück könnte
und das war kein entspanntes Gefühl.
Wieder in Agnes Water angekommen, laufen wir zurück zu
unserem Campingplatz und gönnen uns erstmal eine ausgedehnte, warme Dusche und
entfernen den mitgebrachten Sand. Unseren körperlichen Zustand kann man mit
„sandig“ beschreiben. Sand ist überall und sogar unsere Füße haben wir uns
verbrannt, weil hier der Sand so unglaublich heiß wird! Anschließend suchen wir uns im örtlichen Supermarkt unser
Abendessen für unsere letzte Nacht zusammen. Heute Abend sind wir beide
irgendwie sehr wach und wir schaffen es sogar alle Blogeinträge endlich fertig
zu stellen. Imke glaubt es liegt an einem Zuckerschock, den wir durch 1 Liter Cola erhalten haben. Am nächsten Morgen geht die
Reise weiter nach Bundaberg. Hoffentlich können wir dann überhaupt noch
schlafen. Bestimmt, irgendwann.
Bis dahin, gut gelaunte und wache Nicole & Imke